Die Hinrichtungsstätte

Seit 1937 fanden im Strafgefängnis Wolfenbüttel Hinrichtungen statt. Bis 1945 wurden hier mindestens 527 Menschen hingerichtet.

Auf Initiative des damaligen Gefängnisvorstands Hans Greiffenhagen wurde die Hinrichtungsstätte eingerichtet. Er veranlasste den Umbau des bis dahin als Schlosserei genutzten Gebäudes. Das Erdgeschoss diente seit 1938 der Vollstreckung von Todesurteilen.

Zunächst wurden vor allem kriminelle Straftäter exekutiert. Während des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die Rechtsprechung und viele neu eingeführte Tatbestände konnten mit dem Tod bestraft werden. Die Zahl der vollsteckten Exekutionen nahm deutlich zu. Nun zählten vermehrt sogenannte „Volksschädlinge“, „Kriegswirtschaftsverbrecher“ und „gefährliche Gewohnheitsverbrecher“ zur Gruppe der Betroffenen.

Außerdem waren unter den Verurteilten nicht mehr nur Deutsche, sondern zunehmend Menschen aus den besetzten Gebieten Europas.

Die Leichname von 214 Hingerichteten wurden der Anatomie Göttingen zu Lehr- und Forschungszwecken zugeführt. Die Leichen weiterer Hingerichteter wurden auf dem städtischen Friedhof Lindener Straße und auf dem katholischen Friedhof Am Jahnstein beerdigt.